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Gelungene Integration bei Lanfer Logistik

Pressebericht

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Britta de Groot

Als Sohn türkischer Einwanderer wurde Ali Taskan im ostwestfälischen Hamm geboren und wuchs dort behütet auf. Wegen des rasanten Wirtschaftswachstums wurden in Deutschland ab Mitte der 1950er-Jahre zahlreiche ausländische Arbeitskräfte angeworben, um dem damaligen Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Darunter war Ende der 60er Jahre auch ein junger Mann, der gerade seinen Militärdienst in der Türkei abgeleistet hatte und bereits Vater dreier Kinder war. In Hamm gab es seinerzeit eine Reihe von Bergwerken, die ohne Zuwanderung den Boom und das hohe Arbeitsaufkommen nicht hätten bewerkstelligen können. Ali Taskan erinnert sich, dass sein Vater eigentlich nur einige Jahre in Deutschland hatte arbeiten wollen, um dann in seine Heimat zurückzukehren. Aber er blieb und seine Frau folgte ihm mit den Söhnen nach Deutschland.

Ali wurde als sechstes Kind der Familie in Hamm geboren. Er besuchte die Schule und hatte viele Freunde. Er war einer von vielen Kindern mit Migrationshintergrund in Hamm aber Fremdenfeindlichkeit war nie ein großes Thema für Taskan. Erst als er begann sich für eine Ausbildung zu bewerben kamen leise Zweifel. Der junge Mann mit dem sehr guten Zeugnis musste mehr als 150 Bewerbungen schreiben, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Taskan fragte sich, ob er mit einem deutschen Namen wohl einen schnelleren Erfolg hätte erzielen können.

Die erste Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhielt der Absolvent von dem Unternehmen Lanfer Logistik, einem erfolgreichen Tanklogistik-Dienstleister mit Stammsitz in Meppen. Das Familienunternehmen hat sich auf den Transport von Flüssigkeiten, Pulvern und Granulaten für die chemische Industrie und die Lebensmittelindustrie spezialisiert. Die Lanfer Logistik unterhält aktuell eine Flotte von mehr als 600 Sattelzugmaschinen, 1100 Tankaufliegern und 4000 Tankcontainern. 1000 Mitarbeiter erwirtschaften für das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 200. Mio. Euro.

Die Ausbildung begann Ali Taskan bei einer Lanfer Tochtergesellschaft in Hamm. In diesem Unternehmensbereich werden spezielle Tankläger betrieben und zertifizierte Tankwageninnenreinigungen durchgeführt. Sogar eine spezielle Anlage für die Reinigung von Biertankaufliegern ist vorhanden. Darüber hinaus verfügt der Standort (wie auch die Standorte in Meppen, Salzbergen und Frankenthal) über eine eigene Werkstatt, sowie ein Ersatzteil- und Zubehörlager.

Die ersten zwei Jahre seiner Ausbildung verbrachte Ali Taskan in Hamm und wechselte dann zum Stammsitz nach Meppen, um weitere Geschäftsbereiche kennenzulernen. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung wurde Taskan übernommen und hatte verschiedene Positionen inne. Er startete als Disponent und übernahm in den Folgejahren die Leitung der Disposition. Parallel zu seinem beruflichen Wirken heiratete er seine langjährige Freundin, baute ein Haus in Meppen, wurde selbst Vater und absolvierte darüber hinaus eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt (IHK). Das waren schon turbulente Jahre erzählt Taskan.

Anfang dieses Jahres übernahm Taskan die Position als Sales Manager und verantwortet seitdem die Akquise neuer Kunden und Aufträge. Eine spannende Herausforderung, die dem motivierten Mann viel Freude bereitet. Etwas Sorge hatte er, ob Aufträge wegen seines Migrationshintergrundes möglicherweise nicht zu Stande kommen würden und suchte das Gespräch mit Hermann Lanfer.

Dieser entgegnete ihm wortwörtlich: "Das sind dann nicht unsere Kunden". Diese Haltung schätze Taskan sehr und ging bestärkt in seine neue Position. Integration lässt sich nicht "von oben" verordnen, kann aber aktiv gelebt werden und ist das Ergebnis von guten Vorbildern, den richtigen Maßnahmen und Entscheidungen im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben.

Hermann Lanfer ist Visionär und ein Unternehmer mit Weitblick. Aktuell werden die Weichen in Hamm für die Zukunft neu gestellt. Eines der größten Projekte in der fast 100jährigen Geschichte des Unternehmens befindet sich im Bau. Lanfer Logistik baut ein Containerterminal mit trimodaler Anbindung. Die Anlage, die an Schiene, Wasserstaße und Straße angebunden ist, bietet Umschlag- und Lagermöglichkeiten für Tankcontainer. Auf dem rund zehn Hektar großen Gelände am Datteln-Hamm-Kanal baut der Chemielogistiker einen Containerterminal der Extraklasse. Zukünftig kann das Unternehmen mit der neuen Anlage jährlich ca. 52.000 Ladeeinheiten, anstatt der aktuell möglichen 4.000 Einheiten, bewegen.

Die trimodale Anbindung erlaubt es neue umweltfreundliche Transportwege zu erschließen. Schon jetzt hat Lanfer Logistik Zugriff auf 60 Binnenschiffe und auch im kombinierten Verkehr, also Straße und Schiene wickelt das Unternehmen bereits 40% der Transporte über den Schienenverkehr ab. Tendenz steigend. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Einsparpotential von CO2 wird die Schiene weiter an Bedeutung zunehmen, konstatiert Taskan. Darüber hinaus wird derzeit ein Teil des PKW Fuhrparks auf Elektromobilität umgerüstet und auch die ersten gasbetriebenen LKW sind bestellt und sollen getestet werden. Der visionäre und grüne Kurs klingt erfolgsversprechend. Es bleibt also weiterhin spannend bei Lanfer Logistik.

Quelle: www.made-in-meppen.de

Autorin: Britta de Groot


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